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Merck KGaA - Zwischen Patentverlust und Neuanfang:

12.03.2026 | Money Mail Nr. 020/2026

Die Lage bei dieser Altempfehlung von uns ist aktuell angespannt. Aktionäre blicken hier auf eine lange Phase der Enttäuschung zurück. Das große Langfristziel, den Umsatz bis 2025 auf 25 Mrd. Euro zu steigern, wurde verfehlt. Statt Wachstum sieht sich der Konzern nun mit schrumpfenden Gewinnen konfrontiert. Die Folge davon ist ein Kurs, der sich nahe am Mehrjahrestief bewegt. 

Probleme in der Pharma-Sparte: Das Hauptproblem liegt im Bereich Healthcare. In diesem Monat verliert das wichtige Medikament Mavenclad seinen Patentschutz in den USA. Damit bricht eine tragende Säule des Gewinns weg. 

Gleichzeitig fehlen in der Forschungspipeline die großen Nachfolger. Mehrere Hoffnungsträger sind in klinischen Studien gescheitert. Das bedeutet: Merck muss nun teuer von außen zukaufen, um künftiges Wachstum zu sichern.

Ist die Bewertung günstig oder eine Falle?: Beim aktuellen Kurs wirkt die Aktie zumindest optisch betrachtet relativ günstig. Das geschätzte KGV für 2027 liegt bei knapp 13. Das ist vorteilhaft verglichen mit der eigenen Historie der vergangenen Jahre. Man muss jedoch vorsichtig sein: Ein niedriges KGV ist bei sinkenden Gewinnen kein automatisches Kaufsignal. Der Markt hat den Kurs nach unten korrigiert, weil die Zuversicht in die Pharma- Forschung fehlt. Die starken Sparten Life Science (Laborbedarf) und Electronics (Chip-Chemie) stabilisieren den Konzern zwar, können die Pharma-Schwäche aber momentan nicht komplett ausgleichen.

Der Faktor Beckmann - Ein Insider übernimmt: Im Mai übernimmt Kai Beckmann die Führung. Er ist seit Jahrzehnten im Unternehmen und hat die Elektronik-Sparte erfolgreich modernisiert. Die Frage ist nun, ob er diesen Erfolg auf den gesamten Konzern übertragen kann. Beckmann ist kein Sanierer von außen, sondern steht für Kontinuität. Er hat das Vertrauen der Familie Merck, die 70 % der Anteile hält. Eine Aufspaltung des Konzerns ist damit ausgeschlossen. Ob er den nötigen „Biss“ hat, um verkrustete Strukturen aufzubrechen und die Pharma-Sparte radikal neu auszurichten, muss er erst noch beweisen.

Anlageurteil: Für Altinvestoren ist die Situation schwierig. Ein aktueller Verkauf könnte bedeuten, die geschäftliche Wende zu verpassen. Wir haben uns deshalb dazu durchgerungen zu empfehlen, vorerst weiter investiert zu bleiben. Das ist keine echte Überzeugungstat, zumal die Branchen Chemie und Pharma ganz allgemein in Deutschland nicht gerade auf der Überholspur fahren.

Aber die Bilanz von Merck ist solide und die Dividende von 2,20 Euro bietet eine gewisse Stütze. Unsere Entscheidung hat aber vor allem mit der Bewertung zu tun und mit der Möglichkeit, dass mit dem Führungswechsel jetzt vielleicht doch endlich die Weichen neu und hoffentlich richtig gestellt werden. 

Das Jahr 2026 dürfte operativ ein schwieriges Übergangsjahr bleiben. Die ersten 100 Tage von Kai Beckmann als Vorstandschef sollten genau beobachtet werden. Er muss in dieser Zeit glaubhaft aufzeigen, wie er die Lücke beim Gewinn schließen will. Erhält der Markt bis zum Sommer keine klaren Signale für neue Zukäufe oder effizientere Forschung, ist nicht mit einer nachhaltigen Kurswende zu rechnen und ein Ausstieg wäre dann die Folge. Aktuell geben wir diesem Wert aber noch eine letzte Bewährungschance. 

Zu Beckmann sei noch folgendes ergänzt: Er hat die Electronics-Sparte erfolgreich von der veralteten Display-Technik zum KI-Halbleiter-Zulieferer transformiert und dabei hohe operative Disziplin bewiesen. Das Risiko bleibt seine Nähe zum bisherigen Konzernkurs: Als Insider ist er für die aktuelle Pharma- Schwäche mitverantwortlich.

Positiv fänden wir es, wenn er zügig eine große Akquisition im Healthcare-Bereich ankündigt oder zumindest konkret vorbereitet und so die bestehende Pharma-Lücke schließt. Das würde beweisen, dass er den „Electronics-Biss“ (Zukauf statt Hoffen auf das Labor) auf den gesamten Konzern überträgt. Ein Verkaufssignal würde dagegen gesendet werden, wenn lediglich ein weiteres „Effizienzprogramm“ und eine „Überprüfung der Pipeline“ angekündigt würde.

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