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TUI-Atie mit Rücksetzer nach neuen Geschäftszahlen

19.02.2026 | Money Mail Nr. 014/2026

TUI-Aktie mit Rücksetzer nach neuen Geschäftszahlen: Dieser von uns erst kürzlich in Ausgabe 03/22 präsentierte Titel sendete zuletzt etwas widersprüchliche Signale. Operativ liefert der weltweit führende Touristikkonzern solide Zahlen, strategisch kehrt man zur Dividende zurück und reduziert die Verschuldung deutlich. Dennoch zeigt sich der Kapitalmarkt zurückhaltend. Offenbar zweifeln Investoren daran, ob das hohe Gewinnniveau auch in einem normalisierten Reisemarkt nach dem Post-Corona-Boom gehalten werden kann.

Operativer Rückenwind – mit Schönheitsfehler: Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Oktober bis Dezember 2025) meldete TUI ein bereinigtes EBIT von 77,1 Mio. Euro – ein Anstieg um rund 51 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders dynamisch entwickelte sich die Kreuzfahrtsparte mit einem Ergebnisplus von über 70 %. Der Start ins neue Geschäftsjahr kann damit als gelungen bezeichnet werden.

Gleichzeitig sorgte eine Zahl für Ernüchterung: Die Buchungsumsätze für den Sommer 2026 lagen zum Stichtag um 2 % unter dem Vorjahreswert. In einem Umfeld, in dem Anleger besonders sensibel auf Hinweise einer nachlassenden Dynamik reagieren, reichte dies für einen Kursrücksetzer. Die Frage lautet nun, ob geringere Volumina durch höhere Durchschnittspreise kompensiert werden können.

Dividenden-Comeback und solide Bilanz: Ein wichtiger Meilenstein wurde auf der Hauptversammlung am 10. Februar 2026 gesetzt. Erstmals seit der Pandemie kehrt TUI zur Dividende zurück. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 0,10 Euro je Aktie ausgeschüttet. Ab 2026 plant der Vorstand eine Ausschüttungsquote von 10 % bis 20 % des bereinigten Gewinns je Aktie. Die finanzielle Basis hat sich deutlich verbessert. Die Nettoverschuldung sank bis Ende 2025 auf 1,3 Mrd. Euro. Mit einer Verschuldungsquote von nur noch dem 0,6-fachen des bereinigten EBIT liegt TUI weit entfernt von den Krisenjahren. Sollte sich die Gewinnentwicklung wie erwartet fortsetzen, könnte die Dividende perspektivisch auf über 0,30 Euro steigen, was beim aktuellen Kurs einer Rendite von rund 3,6 % entspräche. Bewertungsseitig scheint viel Pessimismus eingepreist zu sein: Nach dem Rekordjahr 2025 mit einem Gewinn je Aktie von 1,34 Euro werden für 2026 rund 1,40 Euro erwartet. Die Schätzungen steigen weiter auf 1,57 Euro für 2027 und 1,73 Euro für 2028. Auf dieser Basis sinkt das KGV von etwa 6,0 für 2026 auf rund 4,8 für 2028. Bei einer durchschnittlichen jährlichen Gewinnsteigerung von rund 11 % bis 2028 ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis von ungefähr 0,5 – in der Regel ein klarer Hinweis auf eine günstige Bewertung, sofern die Prognosen eintreffen. Aus unserer Sicht lässt sich daraus jedenfalls Aufwärtspotenzial ableiten. 

Management setzt Vertrauenszeichen: Die Verantwortlichen scheinen unsere Einschätzung zu teilen. Denn mehrere Vorstandsmitglieder, darunter Vorstandschef Sebastian Ebel und Finanzvorstand Mathias Kiep, haben im Februar 2026 Aktien zu Kursen zwischen 8,47 Euro und 8,62 Euro zugekauft. Solche Insidertransaktionen werden häufig als Vertrauensbeweis in die eigene Strategie gewertet.

Strukturell wurde zudem der Aufsichtsrat von 20 auf 16 Mitglieder verkleinert, um Entscheidungsprozesse zu verschlanken. Kritische Stimmen auf der Hauptversammlung mahnten allerdings mehr Ambitionen beim Klimaschutz und der ökologischen Transformation der Flotte an. Regulatorische Anforderungen könnten hier mittelfristig zusätzliche Investitionen erzwingen. Entscheidende Monate stehen bevor: Für 2026 bleibt die bestätigte Prognose eines EBIT-Wachstums von 7 % bis 10 % der zentrale Anker. Entscheidend wird sein, ob TUI die Gewinnziele auch ohne den Nachholeffekt der Reisejahre 2024/25 erreicht. Fundamental spricht wie geschrieben vieles für eine günstige Bewertung. Der Markt verlangt nun den Beweis, dass die Ertragskraft strukturell gefestigt ist – und nicht nur ein Reflex außergewöhnlicher Boomjahre.

Seit Jahresbeginn liegt die Aktie derzeit im Minus, nachdem sie im zweiten Halbjahr 2025 deutlich zulegen konnte. Durch die negative Reaktion auf die Quartalszahlen ergeben sich auch für uns gemessen am Einstiegskurs derzeit Buchverluste. Doch wenn uns die Konjunktur und damit die Reiselaune keinen Strich durch die Rechnung machen, sehen wir gute Chancen, dass der Kurs wieder in den Vorwärtsgang finden kann.

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