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Rheinmetall AG: Konsolidierung auf hohem Niveau – und wie es weitergehen könnte
29.01.2026 | Money Mail Nr. 008/2026Von der Sonderstory zur strukturellen Investmentthese: Der Kursanstieg der vergangenen Jahre war eng mit einer fundamentalen Neubewertung verbunden. Rheinmetall hat sich vom zyklischen Industrie- und Automobilzulieferer zu einem strategisch relevanten Kernwert im europäischen Verteidigungssektor entwickelt.
Allein seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat sich der Auftragsbestand massiv ausgeweitet und liegt zuletzt bei über 40 Mrd. Euro. Damit verfügt der Konzern über eine hohe Visibilität für Umsatz und Ergebnis bis weit in das nächste Jahrzehnt.
Nach dieser Neubewertung ist die aktuelle Seitwärtsphase weniger als Schwächesignal zu verstehen, sondern vielmehr als Verarbeitung des erreichten Kursniveaus. Der Markt wartet auf neue operative oder politische Impulse, die eine weitere Aufwärtsbewegung rechtfertigen.
Strategische Fokussierung erhöht die Qualität: Ein zentraler Baustein für die mittelfristige Perspektive ist die klare strategische Neuausrichtung. Mit dem Verkauf des Autozuliefergeschäfts trennt sich Rheinmetall von einem margenschwachen, konjunkturabhängigen Bereich und fokussiert sich konsequent auf Verteidigung, Munition und militärische Fahrzeuge. Damit steigt nicht nur die Transparenz der Investmentstory, sondern auch die strukturelle Qualität des Geschäftsmodells.
Die freiwerdenden Mittel fließen in den Kapazitätsausbau, insbesondere in der Munitionsproduktion, wo die Nachfrage das Angebot weiterhin deutlich übersteigt. Das Management hat wiederholt betont, dass der Konzern von dauerhaft höheren Verteidigungsausgaben in Europa ausgeht – ein Szenario, das sich bislang in den Haushaltsplanungen vieler Länder bestätigt. Fundamentale Eckdaten bleiben überzeugend: Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Umsatz von über 10 Mrd. Euro erwartet, mittelfristig sollen es deutlich mehr werden. Gleichzeitig strebt Rheinmetall eine operative Marge von rund 15 % an. Auf Ergebnisebene spiegelt sich das in einem kräftigen Gewinnanstieg wider, auch wenn das Bewertungsniveau nach der Rallye derzeit optisch betrachtet noch etwas ambitioniert erscheint.
Genau hier liegt einer der wichtigsten Gründe für die Seitwärtsbewegung der vergangenen Monate: Denn viele der positiven Erwartungen wurden bereits eingepreist. Für neue Kursimpulse muss der Titel erst hineinwachsen, Aber das Gute dabei: Der Analystenkonsens sieht den Gewinn je Aktie von 2024 bis 2028 von 16,51 Euro auf 81,76 Euro steigen. Das heißt, auf letztgenannter Basis bewegt sich das KGV bei 22,57 und damit einem Multiplikator, der wieder verträglich aussieht.
Geopolitik als potenziell positiver Katalysator – aber auch als Risiko: Mittelfristig bleibt die Aktie eng an die geopolitische Großwetterlage gekoppelt. Eine anhaltend angespannte Sicherheitslage spricht für weiter steigende Verteidigungsinvestitionen und damit für Rheinmetall. Gleichzeitig reagieren die Märkte sensibler auf politische Signale, sobald Diskussionen über Haushaltsdisziplin und damit die Höhe der Rüstungsausgaben aufkommen, oder falls sich die geopolitischen Risiken wieder zurückbilden sollten.
Am Ende entscheidend ist, ob Rheinmetall die operative Dynamik hochhalten kann. Gelingt dies, dürfte die aktuelle Konsolidierung eher als Atempause denn als Trendbruch in Erinnerung bleiben.
Anlageurteil: Die Rheinmetall-Aktie befindet sich nach einer außergewöhnlichen Rally in einer Phase der Konsolidierung. Fundamentale Schwächen sind dabei nicht erkennbar. Der hohe Auftragsbestand, die klare strategische Fokussierung und die strukturell gestiegene Nachfrage nach Verteidigungsgütern sprechen für weiteres Potenzial.
Die Voraussetzungen für eine mittelfristige Wiederaufnahme des Aufwärtstrends sind solange gegeben, wie die Geopolitik in Europa für höhere Verteidigungsausgaben sorgt.
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