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Die Höhe der Staatsschulden erlaubt inzwischen keine Fehler mehr

09.12.2025 | Der Internationale Nr. 25/2025

Die globalen Aktienindizes haben sich jüngst wieder erholt, nachdem im November Bedenken hinsichtlich überzogener Bewertungen bei Technologieaktien im Umfeld der Künstlichen Intelligenz (KI) einen Rückschlag ausgelöst hatten. Die Abwärtsbewegung hat in den zuvor spekulativsten Marktsegment für eine Bereinigung gesorgt. 

Solche Bewegungen machen die Marktteilnehmer zwar nervös, sie hinterlassen den Markt aber oft gesünder als zuvor. Das scheint auch aktuell der Fall zu sein. Wenn jetzt noch der Offenmarktausschuss der US-Notenbank an diesem Mittwoch wie mehrheitlich erwartete die Leitzinsen ein weiteres Mal senkt und auch der Zinsausblick nicht enttäuscht, dann kann sich der Bullenmarkt weiter fortsetzen. Und solange die übergeordneten Aufwärtstrends an den Aktienmärkten intakt sind, werden wir einen Teufel tun, uns dagegen zu stemmen. 

Dennoch gibt es Dinge, die uns sehr nachdenklich stimmen. Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf die USA, denn das ist bekanntlich der Platzhirsch. Das Problem ist zum einen, dass die weltweite Führungsmacht unter Präsident Trump einen völlig neuen Politikkurs eingeschlagen hat. Das geht beispielsweise so weit, dass man undiplomatisch formuliert der EU die Freundschaft aufgekündigt hat. Alleine das birgt sehr viel Konfliktpotenzial und es ist nur ein kritischer Aspekt unter vielen. 

Zum anderen gibt es ein gravierendes Schuldenproblem. Praktisch weltweit finden sich insbesondere auch führende demokratische Länder, deren Staatsverschuldung ein sehr kritisches Niveau erreicht hat. Diese These untermauert auch eine Meldung zum Wochenauftakt, wonach Sorgen über die langfristige Tragfähigkeit der Staatsfinanzen die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen auf den höchsten Stand seit 2011 getrieben haben.

In den USA haben die 30-jährigen Staatsanleihen jüngst zwar noch keine neuen Mehrjahreshochs markiert. Doch aus unserer Sicht ist die Staatsschuldenproblematik in den USA ein noch größeres Problem als in Deutschland. Die US-Zinsausgaben sind jedenfalls stark gestiegen und übersteigen inzwischen die Verteidigungsausgaben. Das Congressional Budget Office schätzt laut Nordea Bank, dass die Zinsen in diesem Jahr fast 17% des Bundeshaushalts ausmachen werden – was die USA zunehmend anfällig bei Zinsänderungen nach oben macht.

Durch das von Präsident Trump initiierte Steuerpaket „One Big Beautiful Bill“ steigt Prognosen zufolge die Schuldenquote (im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt) bis 2034 auf 129%. Da die Verschuldung zunimmt und die Zinskosten einen immer größeren Teil des Haushalts verschlingen, könnten Anleger beginnen, die langfristige Tragfähigkeit der US-Fiskalpolitik in Frage zu stellen. Dies könnte die Risikoprämie erhöhen, die für das Halten von langfristigen Staatsanleihen verlangt wird und letztlich in einem Teufelskreis enden.

Wir prognostizieren zwar nicht, dass die Sache im Jahr 2026 aus dem Ruder läuft. Es ist aber kein Hirngespinst zu behaupten, dass die Höhe der Staatschulden weltweit künftig keine Fehler mehr erlaubt. Werden diese aufgrund politischer Eskapade dennoch begangen, könnte es für alle Beteiligten teuer werden. Denn dauerhaft höhere Langfrist-Zinsen, wären garantiert nicht nur Gift für die Aktienmärkte, sondern auf für die Konjunktur und damit für die Arbeitsmärkte.

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