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OPAP heißt jetzt Allwyn – Die Aktie sucht unter dem neuen Namen noch nach einer guten Form
31.03.2026 | Der Internationale Nr. 07/2026Bei einem unserer Mitfavoriten hat es einen Namenswechsel gegeben. Die bisherige Greek Organization of Football Prognostics SA firmiert nunmehr unter dem Namen Allwyn. Mit dem Abschluss der vollständigen Integration in die tschechisch geführte Allwyn-Gruppe ist die Ära von OPAP als eigenständiges nationales Unternehmen beendet. Die Gruppe des Unternehmers Karel Komárek hat die OPAP konsequent in eine globale Konzernstruktur überführt, die nun von einer Holding in Luxemburg gesteuert wird. Dieser Identitätswechsel ist die Hauptursache für den seit Monaten anhaltenden Kursrückgang:
Der Umzug der Holding nach Luxemburg und der damit verbundene Ausschluss aus den griechischen Leitindizes zwang indexgebundene Fonds zu umfangreichen Verkäufen, was den Kurs unter Druck setzte. Zudem belasteten Corporate-Governance-Bedenken. Diese basieren bei Allwyn/OPAP auf der massiven Machtkonzentration unter Karel Komárek, der nach der Fusion über 78 % der Anteile kontrolliert und so den Minderheitenschutz faktisch aushebelt. Kritisch gewertet wird, dass eine vertragliche Sicherheitsklausel zum Schutz der Bilanz einfach gestrichen wurde, als deutlich mehr Aktionäre als erwartet gegen Barabfindung aussteigen wollten.
Um die Fusion dennoch durchzudrücken, akzeptierte das Management eine rein schuldenfinanzierte Auszahlungslast von 456 Millionen Euro. Dieser sprunghafte Anstieg der Verschuldung auf das Fünffache des EBITDA zeigt, dass die strategische Kontrolle des Haupteigentümers Vorrang vor finanzieller Disziplin und internen Sicherheitsregeln erhielt. Trotz der Governance-Risiken bietet Allwyn durch seine monopolartige Stellung als Europas größter Lotteriebetreiber extrem stabile und inflationsgeschützte Cashflows. Die starke Hand des Haupteigentümers garantiert dabei eine stringente Strategie ohne kurzfristigen Quartalsdruck, während die Integration von OPAP massive Synergieeffekte bei IT und Vertrieb freisetzt. Durch den Zukauf wachstumsstarker Online-Plattformen diversifiziert der Konzern zudem in margenstarke Märkte. Sobald die starken operativen Gewinne die Schuldenlast planmäßig senken, könnte der aktuelle Bewertungsabschlag einer deutlichen Kurskorrektur nach oben weichen. Auf Basis der Schätzungen für 2026 ergibt sich jedenfalls ein KGV von lediglich neun. Und basierend auf den Dividendenerwartungen für das laufende Geschäftsjahr errechnet sich zudem eine Dividendenrendite von 10,8 %. Beides ist selbst dann attraktiv, wenn die derzeitigen Prognosen letztlich nicht ganz erreicht werden sollten. Solange das Kreditrating durch S&P Global stabil bleibt und die Cashflows aus Athen wie prognostiziert zur Entschuldung genutzt werden, scheint uns hier eine massive Unterbewertung vorzuliegen. Wir setzen darauf, dass die Marktskepsis weichen wird, sobald die Synergien der integrierten Gruppe in den kommenden Quartalsberichten sichtbar werden.
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