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Eine Krise wie der Iran-Krieg ist nicht zwingend positiv für den Goldpreis

17.03.2026 | Der Internationale Nr. 06/2026

Geopolitische Konflikte gelten an den Finanzmärkten traditionell als Treiber für den Goldpreis. Die Logik: Wenn Unsicherheit steigt, flüchten Anleger in sichere Häfen. Doch ein Blick auf historische Entwicklungen zeigt, dass diese Gleichung oft zu einfach ist. Gold reagiert weniger auf den Krieg selbst als auf dessen wirtschaftliche Folgen.

Analysen des Edelmetallkonzerns Heraeus zeigen, dass Ölpreisschocks infolge geopolitischer Konflikte kurzfristig oft keinen eigenen Trend bei Edelmetallen auslösen. Häufig setzt sich die bestehende Preisbewegung fort. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Konflikt die Konjunktur in eine Rezession drückt oder die wirtschaftliche Expansion intakt bleibt.

Ein Blick in die Vergangenheit verdeutlicht dieses Muster. Die Ölkrisen der 1970er Jahre fielen in einen Edelmetall-Bullenmarkt, weshalb die Preise zunächst weiter stiegen. Erst mit der US-Rezession endete der Aufwärtstrend. Beim Golfkrieg 1990 dagegen befanden sich Edelmetalle bereits im Abwärtstrend, der sich mit der damaligen Rezession fortsetzte.

Auch neuere Konflikte zeigen ein differenziertes Bild. Weder der Irak-Krieg 2003 noch der russische Angriff auf die Ukraine 2022 führten unmittelbar zu einer globalen Rezession. Beide Ereignisse trafen auf eine Phase wirtschaftlicher Stabilisierung, wodurch auch der konjunkturelle Effekt begrenzt blieb. Wichtig ist zudem die Rolle der Geldpolitik. UBS verweist darauf, dass Gold nach Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 zunächst um etwa 15 % stieg, die Gewinne aber wieder abgab, als die US-Notenbank die Zinsen erhöhte. Ähnliche Muster zeigten sich auch bei früheren Konflikten. Das unterstreicht einen zentralen Punkt: Gold ist weniger eine direkte Absicherung gegen Kriege als gegen deren monetäre Folgen. Dazu zählen Inflation, steigende Defizite, Währungsrisiken oder Konjunkturschwächen. Diese Faktoren bestimmen, ob die Goldnachfrage nachhaltig steigt. Kurzfristig können Konflikte Gold sogar belasten. Steigende Energiepreise können den US-Dollar stärken und Zinserwartungen erhöhen. Beides wirkt meist negativ, weil steigende Zinsen die Opportunitätskosten der unverzinsten Anlage Gold erhöhen. Längerfristig sprechen jedoch strukturelle Faktoren für Gold. UBS nennt steigende Staatsschulden, Zentralbankkäufe sowie eine robuste Nachfrage etwa aus Asien. Gold bleibt damit vor allem ein Instrument zur Diversifikation.

Für uns als Anleger folgt ansonsten aus den früheren Erfahrungen rund um Rahmenbedingungen wie aktuell: Nicht der Konflikt selbst ist entscheidend, sondern dessen Einfluss auf Inflation, Zinsen und Konjunktur. Erst diese Faktoren bestimmen, ob geopolitische Krisen dem Goldpreis wirklich Rückenwind geben. Und in dieser Hinsicht ist im aktuellen Fall des Iran-Krieges noch sehr vieles völlig offen.

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