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Warum der iShares Automation & Robotics ETF 2025 nur auf der Stelle trat - und wie es weitergehen könnte

30.12.2025 | Austria Börsenbrief Nr. 52/2025

Der im internationalen Musterdepot enthaltene iShares Automation & Robotics ETF (ISIN: IE00BYZK4552 – Euro 14,29) konnte bislang noch nicht durchstarten. Die anhaltende Stagnation lässt sich aus unserer Sicht durch eine Kombination aus einer aktuell ungünstig wirkenden Index-Methodik und einer zeitlichen Verzögerung zwischen dem überwiegend digitalen KI-Hype und dessen realer industrieller Umsetzung erklären. 

Während der breite Technologiemarkt in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord eilte, erwies sich die spezielle Konstruktion dieses ETF als eine Art eingebaute Bremse. Der zugrunde liegende Index folgt einem Gleichgewichtungsansatz, der sich in einer Marktphase als Nachteil erwies, die extrem von wenigen Schwergewichten wie Nvidia dominiert wurde. Da der Index die Gewichtung besonders erfolgreicher Ausreißer regelmäßig zurückführt und Kapital in kleinere Nachzügler umschichtet, wurde die enorme Dynamik der Top-Werte im Portfolio immer wieder bewusst begrenzt.

Ein weiterer belastender Faktor war die ausgeprägte Zweiteilung des Halbleitermarktes. Während Chips für Rechenzentren und große Sprachmodelle boomten, litten die im ETF stark vertretenen Anbieter von Industrie-Chips und Sensorik unter einer ausgeprägten Lagerbereinigung. Viele Industriekunden hatten während der Lieferkettenkrise hohe Vorräte aufgebaut und reduzierten diese erst im Verlauf der Jahre 2024 und 2025 schrittweise. 

Für die Hersteller bedeutete dies eine temporäre Auftragsflaute. Hinzu kam, dass die Nachfrage aus der Automobilindustrie, dem traditionell wichtigsten Abnehmer für Robotiklösungen, infolge der strukturellen Transformation und schwacher globaler Absatzzahlen hinter den Erwartungen zurückblieb. Für die weitere Entwicklung könnte sich das Blatt jedoch wenden, da sich die bislang belastende Gleichgewichtung zunehmend als Vorteil erweisen dürfte. Sollte der Megatrend Automatisierung ab 2026 von der reinen Software-Vision in eine breitere industrielle Anwendung übergehen, verschiebt sich die Marktdynamik. In einer Phase, in der die gesamte Branche wächst, entwickeln sich mittelgroße Spezialisten häufig prozentual stärker als bereits extrem hoch bewertete Billionen-Konzerne.

Die Struktur des ETF stellt sicher, dass Anleger an einer solchen breiten Erholung partizipieren und nicht ausschließlich von der Kursentwicklung einzelner Giganten abhängig sind. Gleichzeitig reduziert dieser Ansatz das Klumpenrisiko: Sollte es bei den hoch bewerteten KI-Lieblingen zu Korrekturen kommen, ist ein gleichgewichtetes Portfolio durch seine breite Streuung robuster aufgestellt. 

Die fundamentalen Aussichten für den Sektor ab 2026 sind insgesamt als sehr positiv einzuschätzen. Die Talsohle bei den Lagerbeständen industrieller Komponenten wurde Ende 2025 offenbar durchschritten, während Unternehmen gleichzeitig vor einem wachsenden Investitionsdruck stehen. Der globale Arbeitskräftemangel macht Automatisierung zunehmend alternativlos, und die Integration von Künstlicher Intelligenz in physische Systeme – häufig als Physical AI bezeichnet – eröffnet neue Anwendungsfelder, insbesondere in der Logistik und im Servicebereich. Laut dem im September von der International Federation of Robotics veröffentlichten „World Robotics 2025“-Jahrbuch dürfte die Zahl der weltweiten Roboterinstallationen bis 2028 auf mehr als 700.000 Einheiten steigen, nach voraussichtlich rund 575.000 Einheiten im Jahr 2025.

Sollte sich diese Prognose bewahrheiten, hätte der ETF die Chance, den Wachstumstrend künftig wieder in seiner gesamten´Breite abzubilden.

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