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Historische Parallelen: Warum die KI-Blase im April 2028 platzen könnte
30.12.2025 | Austria Börsenbrief Nr. 52/2025Die derzeitige Euphorie rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) weckt bei vielen Marktteilnehmern Erinnerungen an frühere Technologiezyklen. Eine aktuelle Analyse der Bank of America (BofA) legt nahe, dass sich die Kapitalmärkte auf einem Pfad bewegen könnten, der in bemerkenswerter Weise an die Dotcom-Ära der 1990er Jahre erinnert.
Nach Einschätzung von Michael Hartnett, Chefstratege der Bank, weist die Entwicklung des Nasdaq seit der Einführung von ChatGPT im November 2022 nahezu deckungsgleiche Muster mit dem Verlauf der Technologiebörse nach dem Börsengang des Internet-Pioniers Netscape im Jahr 1994 auf. Sollte sich die Geschichte in vergleichbarer Form wiederholen, deutet die Projektion auf einen möglichen Markthöhepunkt im April 2028 hin, dem eine spürbare Korrektur folgen könnte.
Zwar signalisiert der Bubble Risk Indicator der BofA, dass Indizes wie der S&P 500 oder die Gruppe der Magnificent 7 derzeit noch unterhalb klassischer Blasenschwellen notieren, was theoretisch weiteren Spielraum für den KI-Boom lässt. Dennoch häufen sich Anzeichen, die zur Vorsicht mahnen. So ist Hartnetts Bull & Bear Indikator zuletzt auf 8,5 gestiegen und hat damit den Bereich extremer Zuversicht erreicht.
Historisch betrachtet erwiesen sich Werte oberhalb von 8,0 häufig als Vorboten kurzfristiger Marktrücksetzer. In der Vergangenheit gaben globale Aktien in den zwei Monaten nach einem solchen Signal in 63 % der Fälle nach, mit einem medianen Rückgang von 2,7 %. Diese skeptische Einschätzung wird durch weitere Faktoren untermauert. So erzielten US-Technologie Börsengänge in der ersten Handelswoche zuletzt die höchsten Gewinne seit der Dotcom-Blase. Gleichzeitig zeigt sich das Anlegerverhalten bei Kursrücksetzern in einer Aggressivität, wie sie in den vergangenen 100 Jahren nur selten zu beobachten war. Ein besonders klassisches Merkmal einer sich aufblähenden Blase ist zudem, dass die Volatilität parallel zu steigenden Kursen zunimmt – ein Phänomen, das aktuell ebenfalls wieder festzustellen ist.
Ein Blick auf die vergangenen 180 Jahre verdeutlicht, dass technologische Quantensprünge – von der Eisenbahn im 19. Jahrhundert über das Automobil bis hin zum Internet – nahezu immer von ausgeprägten Spekulationsblasen begleitet wurden. Diese Zyklen zeichneten sich regelmäßig durch einen mehrjährigen Aufschwung und einen ebenso heftigen, mehrjährigen Einbruch aus.
Ein zentraler Auslöser für das Ende solcher Boomphasen war historisch betrachtet häufig eine Verschärfung der finanziellen Rahmenbedingungen, etwa durch steigende Zinsen, die die Kosten für den Einsatz von Leverage deutlich erhöhten.
Für das Jahr 2026 rechnet Hartnett zwar weiterhin mit einem globalen Gewinnwachstum je Aktie von 9 %. Zugleich warnt er jedoch davor, dass das Potenzial für positive Überraschungen begrenzt sein dürfte. Eine steigende US-Arbeitslosigkeit sowie zunehmender Druck am Anleihemarkt könnten die derzeit enormen Investitionsausgaben im KI-Sektor bremsen.
Während das Jahr 2025 in vielerlei Hinsicht Parallelen zum Jahr 1996 aufweist, bleibt offen, ob zusätzliche Liquidität – etwa durch mögliche Stimulus-Maßnahmen aus China oder sinkende Inflationsraten – den Zyklus noch weiter strecken kann. Die historischen Erfahrungen legen jedoch nahe, den April 2028 als potenziellen Wendepunkt aufmerksam im Blick zu behalten.
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