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Warum die Wall Street weiter steigen kann - auch ohne FED-Zinssenkungen im erhofften Ausmaß

26.11.2025 | Austria Börsenbrief Nr. 47/2025

Die jüngsten Ausschläge an den internationalen Finanzmärkten zeigten erneut, wie schnell sich Unsicherheit auf die Kurse überträgt.
Viele Anleger fürchten weiterhin zu hohe Bewertungen im Tech- und KI-Segment und zweifeln daran, ob sich die Investitionen in Rechenzentren und Software zeitnah auszahlen. Hinzu kommen Bedenken hinsichtlich einer US-Rezession, Sorgen um eventuell enttäuschte konjunkturelle Hoffnungen in Europa und/oder in China sowie vorherrschende Ängste rund um die global hohen Staatsschulden, zuletzt besonders in Japan. Gleichzeitig haben sich die Hoffnungen auf schnelle und deutliche Zinssenkungen der Fed verringert, da die Inflation hartnäckiger bleibt als erhofft.

Weil viele Anleger vor allem der Zinsrichtung mit Blick auf die Kursaussichten große Bedeutung beimessen, sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie von Capital Economics besonders interessant. Der Finanzdienstleister analysierte historische Phasen, in denen Zinssenkungen zwischen 70 und 110 Basispunkten erwartet wurden. Die Untersuchung umfasst 475 Handelstage von Januar 1984 bis September 2025.

Das zentrale Ergebnis ist der Tabelle zu entnehmen: In den Fällen, in denen die Fed am Ende weniger senkte als erwartet (less easing than expected), entwickelte sich der S&P 500 stark. Die Medianrendite lag bei plus 12,12 % - und wenn sich keine Rezession (no recession) einstellte, betrug der Zuwachs sogar 19,96 % p.a. 

Das sind deutlich bessere Ergebnisse als in jenen Fällen, in denen die Zinslockerungen stärker ausfielen (more easing than expected), als zunächst vom Markt unterstellt. Denn ohne Rezession ergab sich da im Median eine Performance von plus 7,38 %, bei einer Rezession ein Minus von 14,09 % (verglichen mit –13,34 % bei weniger als erwarteten Zinssenkungen) und im Gesamtsample ein Verlust von 9,87 %. Diese Ergebnisse lassen sich so erklären, dass weniger aggressive Zinssenkungen meist mit einer stabileren wirtschaftlichen Lage einhergehen. Eine vorsichtig agierende Fed signalisiert häufig, dass die Konjunktur robuster ist als zunächst angenommen, was positiv auf die Aktienmärkte wirkt. Die Historie zeigt also, dass selbst moderatere Zinssenkungen als unterstellt mit steigenden Kursen einhergehen können. Folglich sollten sich Anleger nicht bei jeder veränderten Zinsprognose ins Bockshorn jagen lassen.

Capital Economics bietet in der Studie zudem Orientierung in der Form einer konkreten Prognose: Gestützt auf die historischen Medianwerte erwarten die Autoren, dass der S&P 500 bis Ende 2026 rund 8.000 Punkte erreichen könnte, deutlich über dem Stand von 6.765,88 Punkten zum Redaktionsschluss. Diese Prognose berücksichtigt die aktuelle wirtschaftliche Dynamik sowie die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed weniger stark lockert als ursprünglich angenommen. Selbst steigende Renditen am US-Anleihemarkt, etwa in Richtung 4,25 % (aktuell 4,00 %), dürften den Aktienmarkt nicht entscheidend belasten, da die wirtschaftliche Aktivität diese Gegenkräfte überkompensiert, so das Urteil.

Natürlich gilt: Historisch im Schnitt zu beachtenden Kursmuster müssen sich im konkreten Einzelfall nicht zwingend wiederholen. Die Vergangenheit zeigt aber, dass die Wall Street auch dann gut entwickeln kann, wenn sich nicht alle Zinshoffnungen erfüllen.

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