Wir bieten für jede Anlegermentalität die richtige Strategie.
Unsere Informationsdienste.
-
Austria Börsenbrief
Erfolgreich seit 1987 -
Hanseatischer Börsendienst
Börsenerfolge seit 1961 -
Aktien-Spezialwerte
Aktienperlen aus dem Marktsegment Small Caps -
Der Internationale
Global in Gewinner-Aktien investieren -
MEIN GELD.PLUS
Für Sparer, die einmal monatlich Geld anlegen -
Money Mail
Aktiv investieren und profitieren
Was passieren muss, dass der Iran-Krieg den US-Aktienmarkt dauerhaft vom Kurs abbringt?
04.03.2026 | Austria Börsenbrief Nr. 09/2026Der Iran-Krieg hat die Märkte aufgeschreckt. Der Ölpreis verzeichnete den stärksten Tagesanstieg seit 2022, europäische Aktien und Anleihen gerieten unter Druck, der US-Leitindex S&P 500 hält sich vergleichsweise stabil, der Dollar wertete auf.
Das wirkt etwas widersprüchlich. Historische Erfahrungen helfen bei der Einordnung: Geopolitische Schocks allein lösen selten eine nachhaltige Baisse aus. Entscheidend ist, ob der Ölpreisanstieg einen makroökonomischen Kanal öffnet – also Inflation, Geldpolitik und Konjunktur dauerhaft belastet. Genau hier setzt eine aktuelle Analyse der Deutschen Bank an: Die Schwelle für einen echten Risk-off-Modus liegt demnach höher, als viele vermuten. Gemessen an früheren Krisen sind die aktuellen Bewegungen moderat. Selbst nach dem jüngsten Sprung notiert Öl der Sorte WTI nahe seinem Durchschnitt der vergangenen Jahre und weit unter den Extremwerten früherer Energiekrisen. Wirklich systemische Verwerfungen traten meist erst auf, wenn sich Ölpreise binnen kurzer Zeit um 50 % bis 100 % erhöhten – und dieses Niveau über Monate hielten. Einzelne starke Tagesbewegungen sind historisch kein Ausnahmefall, entscheidend ist die Dauer.
Wann kippt der Aktienmarkt wirklich?
Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte braucht es für nachhaltige Verluste von mehr als 15 % im S&P 500 mindestens eine von drei Bedingungen: einen massiven und anhaltenden Ölpreisschock von +50 % bis +100 %, spürbare makroökonomische Schäden bis hin zur Rezession oder eine aggressive geldpolitische Reaktion der Notenbank.
In der Geschichte traf oft mehr als einer dieser Faktoren gleichzeitig zu: 1973 vervierfachte sich der Ölpreis nach dem OAPEC-Embargo, die USA und Großbritannien rutschten in die Rezession, der S&P 500 verlor über -40 %. 1979 verdoppelte sich der Ölpreis im Zuge der iranischen Revolution, während Paul Volcker die Geldpolitik drastisch straffte – erneut folgte eine Rezession. 1990 reichte die Verdopplung des Ölpreises nach der Invasion Kuwaits aus, um eine bereits geschwächte US-Wirtschaft in den Abschwung zu drücken. Und 2022
verstärkte der Preissprung infolge des Ukraine-Kriegs den Inflationsdruck massiv und mündete in einen Bärenmarkt.
Bisher fehlt mindestens eine der historischen Zutaten. Der aktuelle Ölpreisanstieg ist weder groß genug noch nachhaltig. Von einer Verdopplung oder einem dauerhaften Plus von 50 % sind wir entfernt. Die Konjunkturdaten zeigen keine klare Eintrübung, und weder bei der US-Notenbank noch bei der Europäischen Zentralbank gilt eine erneute Straffung als Basisszenario. Die eigentliche Gefahr liegt also weniger im Konflikt selbst als in
seiner potenziellen Eskalation über den Energiekanal.
Was Anleger beobachten sollten
Entscheidend sind drei Fragen: Steigt der Ölpreis weiter – und bleibt er auf deutlich höherem Niveau? Zeigen Frühindikatoren und harte Daten eine nachhaltige Abschwächung? Beginnen die Notenbanken, auf den Inflationsdruck mit einer restriktiveren Rhetorik oder gar Zinserhöhungen zu reagieren?
Erst wenn mindestens eine dieser Schwellen überschritten wird – und idealerweise zwei gleichzeitig –, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass aus einem geopolitischen Ereignis ein echter Bärenmarkt wird. Bis dahin bleibt der Iran Krieg für die Wall Street vor allem ein Volatilitätsfaktor – noch kein struktureller Wendepunkt.
Interesse geweckt?
Sind Sie bereits Abonnent? Dann loggen Sie sich bitte ein.
Wenn Sie noch kein Kunde sind, wählen Sie bitte aus unseren Abo-Angeboten aus:
Themen des Austria Börsenbrief Nr. 09/2026