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KI-Kursbeben an den Börsen: Warum die Stürze der Lieblinge von gestern zum Marktrisiko werden

04.02.2026 | Austria Börsenbrief Nr. 05/2026

Der S&P 500 Index hat erst jüngst am 27.01.2026 ein neues Schlussrekordhoch aufgestellt. So gesehen scheint am US-Aktienmarkt mit Blick auf den laufenden Bullenmarkt alles in bester Ordnung zu sein. Doch bei genauer Hinsicht zeigt sich, dass es unter der Oberfläche brodelt. Selbst für flüchtige Marktbeobachter war dies am 03.02. nicht mehr zu übersehen. Denn da erfasste eine Verkaufswelle den Software-Sektor und sorgt für erhebliche Kursverwerfungen. Beispielsweise rutschte der S&P North American Expanded Technology Software Index mit einem Tagesminus von 4,58 % tief in die Verlustzone.

Am Markt gibt es dafür, was sich dahinter verbirgt, auch längst einen Begriff, nämlich „SaaSpocalypse“. Dieses Wort steht für ein mögliches Ende der ungetrübten Wachstumsära für Anbieter von Software als Dienstleistung (SaaS), da deren Geschäftsmodelle momentan durch den Aufstieg der Künstlichen Intelligenz (KI) unter einem massiven Druck stehen.

Wir erleben derzeit den sogenannten „AI-Reshuffle“ – eine fundamentale Umschichtung von Kapital, bei der die Karten im Technologiesektor völlig neu gemischt werden. Das Geld flieht aus klassischen Software-Häusern und sucht Zuflucht bei den Hardware-Giganten und spezialisierten KI-Infrastruktur-Anbietern. 

Die heftige Kursabwärtsbewegung von diesem Dienstag setzt übrigens einen bereits bestehenden Trend fort, der dem S&P North American Expanded Technology Software Index seit Jahresbeginn bereits ein Minus von 17,61 % eingebracht hat. Weitet man den Blick auf die vergangenen Monate aus, wird die Tragweite der Korrektur noch deutlicher: Seit den ersten Anzeichen der durch KI ausgelösten Umwälzungen im Sommer 2025 summieren sich die Kursabschläge inzwischen auf 26,5 %. Hinter diesen Verkäufen verbirgt sich eine fundamentale Neuordnung des Marktes. Besonders greifbar wird diese Dynamik bei ausgewählten Einzeltiteln wie Salesforce (ISIN: US79466L3024 – 196,38 Dollar, 166,06 Euro). Die Aktie dieses Cloud-Spezialisten, dessen Geschäftstätigkeit im Kern auf der Bereitstellung von Software zur Kundenverwaltung basiert, musste am 3. Februar mit -6,85 % ebenfalls erneut kräftig Federn lassen. In der Logik des Marktes wird das Unternehmen zunehmend als Vertreter einer Welt wahrgenommen, deren Erlöse starr an die Anzahl menschlicher Nutzer gekoppelt sind.

Die SaaSpocalypse wird hier durch den Siegeszug autonomer KI-Agenten befeuert: Wenn ein einziger digitaler Assistent künftig Aufgaben übernimmt, für die früher zehn Mitarbeiter jeweils eine eigene Lizenz benötigten, bricht die bisherige Preislogik der gesamten Branche zusammen. Anstatt für „Sitze“ (Seats) zu bezahlen, fordern Kunden nun eine Abrechnung nach Erfolg oder Rechenleistung. Was jahrelang als unfehlbares Erfolgsmodell mit traumhaften Margen galt, steht plötzlich auf dem Prüfstein, da die Kosten für die notwendige KI-Rechenkraft die Gewinne der Software-Anbieter zusätzlich aushöhlen.

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