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Eine Studie zeigt das Ausmass der Eurozonen-Misere

02.01.2019 | MoneyMail Nr. 001/2019

Die Aktienmärkte des alten Kontinents haben für 2018 bekanntlich eine dürftige Bilanz vorzuweisen. So verlor der Euro Stoxx 50 Kurs-Index rund 15% an Wert und wer glaubt, das sei ein negativer Ausrutscher nach unten, der sei daran erinnert, dass dieser Index derzeit nicht höher notiert als im März 1998. Das bedeutet, letztlich tendierten die europäischen Standardwerte in den vergangenen gut 20 Jahren nur seitwärts. Das wiederum heißt, wer Geld verdienen wollte, musste das zwischenzeitliche Auf und Ab richtig timen. Weil derzeit charttechnisch ein Abwärtstrend vorherrscht, stecken wir momentan in einer dieser Abwärtsbewegungen. Wir wollen Ihnen damit aber nicht den Mut rauben, denn wenn sich die Geschichte wiederholt, geht es irgendwann auch wieder nach oben.

Losgelöst von solchen Marktüberlegungen halten wir es für wichtig einmal allgemein aufzuzeigen, in was für einem grundsätzlichen wirtschaftspolitischen Dilemma die Euro-Zone steckt. Denn nur wer das ganze Ausmaß der Misere erkennt, versteht die Zusammenhänge und kann bei Wahlen oder bei der Geldanlage die richtigen Entscheidungen treffen.

Um die Probleme zu verdeutlichen, greifen wir auf eine aktuelle Studie von Natixis zurück. Dahinter steckt die Investmentbank der französischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken und weil die Franzosen grundsätzlich als pro-europäisch einzustufen sind, bieten die Natixis-Thesen den EU- und Euro-Befürwortern eine kleinere Zielscheibe beim üblichen Versuch, Kritik an EU oder Euro von vorneherein als unzulässig und ideologisch motiviert zu verunglimpfen.  

Eine Problemlösung erscheint fast unmöglich  

Die Schwierigkeiten verdeutlicht der Ökonom Patrick Artus in erster Linie an Italien, er sieht tendenziell davon aber auch Frankreich betroffen. Beim Blick auf die wirtschaftliche Situation dieser beiden Länder zeigt sich aus seiner Sicht folgendes: Die Rentabilität der Unternehmen ist vergleichsweise niedrig, die jeweiligen Haushaltsdefizite sind Aufwärtsdruck ausgesetzt, weil es das gleichzeitig verfolgte Ziel gibt, sowohl Nachfrage als auch Kaufkraft zu steigern. Zudem sind eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit auf Kostenebene zu konstatieren sowie eine hohe strukturelle Arbeitslosigkeit. Laut Artus stehen Italien und Frankreich deswegen vor ganz erheblichen Schwierigkeiten.  

Vor diesem Hintergrund hat sich Artus mit der Frage beschäftigt, was diese beiden Länder in Bezug auf den Euro tun könnten, um ihre Situation zu verbessern? Bei der Suche nach einer Antwort kommt er zunächst zu dem Schluss, dass die Länder der Eurozone eine sehr hohe Bruttoauslandsverschuldung, vor allem in Euro, aufweisen. Das wiederum habe zur Folge, dass bei einem Ausstieg aus dem Euro und der unweigerlichen Abwertung der eigenen Währung es für die Unternehmen und für die Banken zu einem nicht zu schulternden Anstieg bei der Belastung durch Schulden in Auslandswährung (Euro) kommen würde. Denn diese Kreditnehmer könnten ihre Schulden nicht in Landeswährung umwandeln, weil das einem Zahlungsausfall gleich käme, und sie wären daher aufgrund des Anstiegs ihrer Auslandsverschuldung gemessen in Landeswährung mit der Gefahr eines Konkurses konfrontiert...

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