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DAX ist weiter nach unten gerutscht - Risiken einer Rezession zuletzt weiter gestiegen

19.06.2022 | Money Mail Nr. 072/2022

Der Dax hat im bisher miserablen Börsenjahr 2022 eine weitere sehr schwache Woche hinter sich gebracht. Konkret verlor der deutsche Leitindex dieses Mal satte 4,61%. Seit dem am Pfingstmontag markierten Zwischenhoch summieren sich die Verluste sogar auf fast 11%.

In das Wochenende ging es mit einem Stand von 13 126,26 Punkten. Charttechnisch betrachtet sehr wichtig ist nun, ob der Dax demnächst auch noch unter das bisherige Jahresschlussrekordtief von 12.831,51 Zähler rutscht. Dann falls das nachhaltig passiert, wäre damit ein neues prozyklisches Verkaufssignal generiert.

Wie schwierig die Lage ist, zeigt auch ein Blick an die Wall Street. „Dies war eine der schlechtesten Wochen in einem der schlechtesten Jahre, die es bisher für den Aktienmarkt gab“, schrieb Ed Yardeni von Yardeni Research zum jüngsten Handelsgeschehen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der S&P 500 seit seinem Rekordhoch am 3. Januar um 23,4% gefallen ist.

Sogar der S&P 500-Energiesektor wurde in der abgelaufenen Woche arg in Mitleidenschaft gezogen. Er ist seit dem 3. Januar zwar immer noch um 27,5 % gestiegen, hat aber allein in der vergangenen Woche satte 17,2 Prozentpunkte seiner Gewinne wieder abgegeben.

Die Rohölpreise fielen am Freitag inmitten der anhaltenden Sorge um eine weltweite Rezession deutlich zurück. Auch andere Rohstoffpreise sind zuletzt unter Druck geraten. Das ist zwar ein konjunkturelles Warnsignal, ist aber vielleicht eine wichtige Vorbedingung für fallende Teuerungsraten. Und eine sich hartnäckig hoch haltende Inflation ist wegen des damit verbundenen Zinsanstiegs bekanntlich die wichtigste derzeitige Kursbürde.

Übrigens: Jüngst fielen in fünf von sieben Handelstagen mehr als 90% der Indexvertreter im S&P 500 Index. Das zeigt, wie breit gefächert der Kursrückgang ist und wie schwierig es ist, sich für investierte Anleger zu schützen. Möglicherweise deutet das zwar auch auf ein Ende des Ausverkaufs an, bis es aber eindeutige Hinweise auf eine nachhaltige Kurstrendwende nach oben gibt, ist es ratsam, möglichst viel finanzielles Pulver trocken zu halten.

Volkswirtschaftlich gesehen mehrt die schlechte Stimmung unter den US-Verbrauchern aktuell jedenfalls noch die Sorgenfalten in Bezug auf die US-Konjunktur. Ein Blick auf die längere Historie verdeutlicht laut Landesbank BadenWürttemberg (LBBW), dass auf solch niedrige Stände des Index historisch fast immer eine Rezession der Volkswirtschaft folgte. Ob der US-Notenbank also die erhoffte „sanfte Landung“ gelingt, darf zumindest kritisch hinterfragt werden, heißt es von Seiten der dortigen Analysten.

Andere Indikatoren – wie die Steilheit der US-Renditestrukturkurve – verdeutlichten ebenfalls die steigenden Rezessionsrisiken. So sei die Differenz zwischen der 10-jährigen und der 2-jährigen Rendite bei US-Staatsanleihen zuletzt kurzzeitig in negatives Terrain abgetaucht. Diese Inversion der Zinskurve sei historisch häufig Vorbote einer nahenden Rezession gewesen.


Aus Sicht der LBBW sind in Summe im Zuge der jüngsten Entwicklungen sowohl die Inflations- als auch die Wachstumsrisiken weiter gestiegen. Dies gelte nicht nur für die USA, sondern in noch stärkerem Maße für die Eurozone, wo die Notenbank nicht nur die Inflationsgefahren in den Griff bekommen, sondern gleichzeitig noch eine Überforderung der Peripheriestaaten vermeiden müsse. Die LBBW-Volkswirte haben den weiter gestiegenen Risiken in Form einer erneuten umfangreichen Revision der volkswirtschaftlichen Prognosen Rechnung getragen.

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