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Themen des Der Internationale Nr. 05/2020

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Der Coronavirus hat die Kurse an den Weltbörsen infiziert

25.02.2020 | Der Internationale Nr. 05/2020

Die Thematik in der diesmaligen Ausgabe hatten wir uns ursprünglich anders vorgestellt. Doch die aktuelle Nachrichtenlage hat uns zum Umdisponieren bewogen. Das ist auch leicht nachzuvollziehen, denn ein am Montag vom Dax eingefahrenes Tagesminus von 4% (größter Tagesverlust seit Juni 2016) ist nicht so einfach unter den Teppich zu kehren. Das gilt auch mit Blick auf das, was an der Wall Street passiert ist. Denn laut der Nachrichtenagentur Bloomberg hat der US-Aktienmarkt in nur 2 Handelstagen rund 1,3 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung verloren. Das ist natürlich ein Brett und macht deutlich, dass offenbar bei vielen Anlegern die Nerven blank liegen.

Warum die Nervosität so groß ist, zeigt die erste Grafik. Ist dieser doch ein deutlicher Anstieg der außerhalb von China vom Coronavirus-Infizierten zu entnehmen. Für Verunsicherung sorgt dabei nicht zuletzt die gestiegene Zahl der Erkrankungen in Südkorea sowie in Italien. Die Entwicklung im letztgenannten Land macht natürlich die Investoren in Europa besonders nervös. Wobei allgemein zuletzt die Angst zugenommen hat, dass sich der Virus vielleicht nicht mehr unter Kontrolle bringen lässt.

Die große Preisfrage ist, wie verlässlich die aus China gelieferten Daten zum Coronavirus sind. Stimmen die offiziell gemeldeten Zahlen, dann haben dort seit Anfang Februar die Neuinfektionen ihren Höhepunkt überschritten. Gelingt das auch bald in der restlichen Welt, sollten sich die Börsen auch schneller wieder erholen können. Wir hatten auf das typische Kursverhalten bei ähnlichen Fällen in der Vergangenheit bereits in Ausgabe 03/20 hingewiesen. Damals hatten wir uns der Meinung angeschlossen, dass kurzfristig orientierte Anleger mit einer Erhöhung ihrer Position zuwarten sollten, bis der Wendepunkt erreicht ist. Langfristig orientierte Anleger sollten dagegen Kurshalten bei der bisherigen Anlagestrategie. Wir hatten damals unsere beiden spekulativen Indexwetten glattgestellt und dadurch das Risiko verringert. An den langfristigen Aktienpositionen wurden wegen dem Coronavirus aber keine Veränderungen vorgenommen. An dieser Haltung halten wir weiter fest. In Situationen wie aktuell scheint es uns am besten zu sein, zumindest solange einen kühlen Kopf zu bewahren, bis mehr Klarheit über die Folgen des Krisenherdes besteht. Das scheint auch Anlage-Guru Warren Buffett so zu sehen. Denn dieser hat auf die Frage, wie Anleger mit dem Coronavirus umgehen sollten, geantwortet, dass er alleine deswegen weder kaufen noch verkaufen würde.

Wenn der etwas unberechenbare Einflussfaktor Coronavirus nicht wäre, dann wären wir aktuell sogar sehr zuversichtlich gestimmt. Dazu bringt uns die Beobachtung, dass noch zur Mitte der Vorwoche etliche führende Weltbörsen neue Höchststände markierten. Das war zu diesem Zeitpunkt ein echtes Zeichen von Stärke. Wobei diese Bestandsaufnahme auch für die Wall Street gilt und damit für die Weltleitbörse. Denn wie auch die Charttechniker von Julius Bär lobend hervorheben, konnte die kumulierte Advance-Decline-Line, welche die Differenz aus der Anzahl gestiegener und gefallener Aktien widerspiegelt, noch in der Vorwoche eine neue Bestmarke aufstellen. Das sprach da für eine gesunde Marktverfassung und nährt bei uns die Hoffnung, dass die Kurse wieder in den Vorwärtsgang finden, sofern sich der Coronavirus nicht weiter sprunghaft ausweitet.

Übrigens: Daten von Dow Jones Market Data ist zu entnehmen, dass bei den vergangenen 10 Fällen, in denen der S&P 500-Index wie an diesem Montag um mehr als 3% gefallen ist, es anschließend zwar auch am nächsten Tag im Schnitt um 0,27% nach unten ging. Schon nach einer Woche ergab sich aber ein Plus von durchschnittlich 1,83%, nach einem Monat von 2,08% und nach einem Jahr sogar von 12,97%. Wiederholt sich die Geschichte, hätten dagegen bestimmt die wenigsten Anleger etwas einzuwenden.

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